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V4Haus und Vorsorge

Die Klappe, die den Keller schützt

Bei Starkregen kann der Kanal vor dem Haus überlastet sein und Abwasser zurückdrücken. Ein Rückstauverschluss sorgt dafür, dass es nicht durch Bodenablauf oder Waschbecken im Keller ins Haus steigt. Damit er das leistet, muss er funktionsfähig bleiben.

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Bodenablauf mit Rückstauverschluss im Kellerboden

Wie Rückstau entsteht

  1. Rückstau kommt aus dem Kanal. Bei Starkregen gelangt mehr Wasser in die Kanalisation, als diese fassen kann. Der Pegel im Kanal steigt, und das Abwasser drückt in die Anschlussleitungen der Häuser zurück, wenn dort nichts dagegenhält.

  2. Besonders gefährdet sind tief liegende Ablaufstellen: Bodenabläufe im Keller, Waschmaschinenanschlüsse, Duschen und Toiletten unterhalb der Straßenhöhe. Sie liegen unter dem Niveau, auf das das Wasser im Kanal ansteigen kann.

  3. Dafür ist die Eigentümerseite gefragt. Zwei Wege gibt es: einen Rückstauverschluss, der die Leitung sperrt, oder eine Hebeanlage, welche Abwasser nach oben über die Rückstauebene fördert. Welche Lösung passt, beurteilt ein Fachbetrieb nach den Gegebenheiten im Haus.

Was der Verschluss tut

  • Der Rückstauverschluss sitzt in der Leitung und besitzt eine Klappe, die sich bei Rückstrom schließt. Fließt Abwasser aus dem Haus Richtung Kanal, bleibt sie offen. Drückt Wasser vom Kanal her zurück, wird sie durch den Gegendruck zugeschoben.

  • Es gibt Ausführungen mit Handverschluss, die zusätzlich von Hand gesperrt werden können, und solche mit selbsttätigen Klappen. Die DIN 1986-3 regelt, wo solche Einrichtungen eingebaut werden müssen und wie sie ausgeführt sind.

  • Wichtig: Hinter einem geschlossenen Verschluss kann das Haus kein Abwasser mehr abgeben. Wer bei Rückstau duscht, spült oder die Waschmaschine nutzt, füllt die Leitung dahinter. Deshalb gilt bei Starkregen, Wasser im Haus sparsam zu nutzen.

Bei geschlossener Klappe kann auch das Haus kein Abwasser abgeben. Wasserverbrauch zurückhalten.

Für Eigentümer mit Keller

Wartung ist keine Bewohnersache

  • Die Klappe im Verschluss muss beweglich sein, die Dichtung unbeschädigt, der Innenraum frei von Ablagerungen. Setzen sich Reste, Fett oder Fremdkörper fest, kann die Klappe klemmen oder nicht mehr dicht schließen. Dann nützt der Einbau wenig.

  • Die Prüfung und Reinigung übernimmt ein Fachbetrieb. Er öffnet den Verschluss, kontrolliert Bewegung und Dichtung, entfernt Ablagerungen und beurteilt, ob Teile ersetzt werden müssen. Wie oft das geschieht, bemisst sich nach Bauart und Herstellerangaben des Verschlusses.

  • Bewohner können Folgendes tun: den Zugang freihalten, Auffälligkeiten melden und Geräusche beobachten. Den Deckel abzuschrauben oder Teile zu entnehmen gehört nicht zu den Handgriffen, schon weil dabei Abwasser austreten kann.

Ein Rückstauverschluss schützt nur, solange seine Klappe frei beweglich ist. Prüfung und Reinigung gehören in Fachhand.

Wenn es im Keller trotzdem nass wird

Steht Wasser im Keller, sind Geruch und Farbe ein Hinweis. Riecht es nach Abwasser, ist wahrscheinlich Rückstau im Spiel. Wasser aus einer Leitung, ohne Geruch, kommt eher aus der Trinkwasserinstallation. Die Seite Rückstau und Wasser im Keller beschreibt das Vorgehen.

Vorsorge im Haus

Wer einen Keller unterhalb der Straßenhöhe nutzt, sollte wissen, welche Ablaufstellen durch einen Rückstauverschluss gesichert sind und welche nicht. Eine Sichtprüfung der Installationspläne oder ein Gespräch mit einem Fachbetrieb schafft Klarheit.

Durchsagen zum Thema

Warum läuft bei Rückstau das Abwasser aus dem Bodenablauf?
Der Bodenablauf ist die tiefste Öffnung im Hausnetz. Drückt der überlastete Kanal Wasser zurück, sucht es den niedrigsten Austrittspunkt. Fehlt ein Verschluss oder klemmt die Klappe, steigt das Wasser dort in den Keller.
Reicht ein Rückstauverschluss für das ganze Haus?
Er schützt die Leitungen, die hinter ihm liegen. Anschlüsse, die oberhalb der Rückstauebene liegen, brauchen ihn nicht. Bei Räumen unter der Rückstauebene, die dauerhaft genutzt werden, kann eine Hebeanlage sinnvoller sein. Der Fachbetrieb berät dazu.
Wer ist für den Einbau zuständig?
Vorsorge gegen Rückstau obliegt der Eigentümerseite. Mieter melden fehlende oder defekte Verschlüsse der Hausverwaltung. Was gilt, klären Mietvertrag, Hausverwaltung oder Versicherung. Eingebaut und gewartet wird von einem Fachbetrieb.
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