Ein Haus, mehrere Epochen
Im Altbau sind meist Stränge im Treppenhaus oder im Schacht erneuert worden, während die Anschlüsse in den Wohnungen aus früheren Umbauten stammen.
So können alte und neue Abschnitte nebeneinander liegen. Wer das Haus nicht kennt, sieht dem Rohr das Alter nicht an.
Typische Werkstoffe, die in solchen Häusern vorkommen können, sind Blei, verzinkter Stahl, Kupfer und später Kunststoff. Jeder Werkstoff altert anders. Stahl rostet von innen und setzt sich zu, Kupfer kann bei bestimmten Wasserwerten angegriffen werden, Kunststoff altert an Wärmequellen.
Vorderhaus, Seitenflügel und Hinterhaus hängen oft an unterschiedlichen Strängen. Das erklärt, warum im selben Haus ein Bad ohne Beanstandung läuft und ein anderes Probleme macht, obwohl beide am selben Wasserzähler hängen.
Blei: eine Frage für den Fachbetrieb
Bleirohre wurden früher verlegt, weil das Metall leicht zu verarbeiten war. Heute sind sie ein Gesundheitsthema, weil Blei ins Trinkwasser übergehen kann. Die Trinkwasserverordnung verlangt, dass solche Leitungen entfernt werden.
Wenn der Altbau Fragen aufwirft
Verzinkter Stahl und die Folgen von innen
Verzinkte Stahlrohre bilden mit den Jahren Ablagerungen. Der Rohrquerschnitt verengt sich, und das Wasser kommt dünner an. Rostbraunes Wasser nach längerem Stillstand ist ein typisches Anzeichen.
Aus Ablagerungen entstehen Engstellen, an denen sich Kalk verstärkt anlagert. Das merken Bewohner zuerst am Duschkopf oder am Perlator. Mehr dazu steht bei Wenn nur noch wenig Wasser kommt.
Im Extremfall kann die Rohrwand von innen dünn werden. Dann tritt Wasser als feiner Strahl oder als Feuchtigkeit in der Wand aus. Wie sich solche Stellen verraten, schildert Versteckte Lecks und ihre Anzeichen.
Ein anderes Bild: Wer bei laufender Dusche spürt, wie die Brause nachlässt, sobald ein Nachbar zapft, erlebt die Grenzen eines engen Strangs. Das ist ein Hinweis für die Hausverwaltung, kein Fall für Bewohnerhand.
Im Altbau liegen Rohre aus verschiedenen Zeiten nebeneinander. Wer die Absperrpunkte kennt, hat im Ernstfall die Kontrolle.
Strangventile und Absperrpunkte
Im Altbau gibt es häufig pro Strang ein Absperrventil im Keller oder im Treppenhaus. Für Wohnungen mit mehreren Ebenen kann es mehrere Ventile geben. Manche sind verbaut hinter Putz, andere liegen offen an der Wand.
Es lohnt sich, diese Ventile einmal zu erkunden, solange kein Wasser austritt. Wenn nicht klar ist, welches Ventil zu welcher Wohnung gehört, fragen Sie die Hausverwaltung. Ein Hinweis im Treppenhaus oder auf einem Lageplan kann Klarheit schaffen.
Wie Sie den Haupthahn der Wohnung finden und bedienen, zeigt Haupthahn und Absperrventile finden. Bei ungeklärter Lage hilft die Leistung Rohrbruch.
Wenn ein Bewohner etwas bemerkt
Feuchte Wandflecken, Verfärbungen an der Decke oder ein plötzlicher Druckabfall deuten auf Probleme im Leitungsnetz. Fotografieren Sie, was sichtbar ist, und schließen Sie den Absperrhahn der Wohnung, wenn Wasser austritt.
Schäden an alten Rohren breiten sich oft in Nachbarwohnungen aus. Melden Sie deshalb auffällige Stellen an die Hausverwaltung, auch wenn der Schaden klein wirkt. Was dann gilt, klären Mietvertrag, Hausverwaltung oder Versicherung.
Zeichnet sich ein Fleck an der Zimmerdecke ab, hilft die Einordnung unter Wasserfleck an der Decke.
Durchsagen zum Thema
- Muss ich Bleirohre erneuern lassen?
- Die Trinkwasserverordnung sieht die Entfernung von Bleileitungen vor. Zuständig für die Umsetzung ist der Eigentümer. Als Bewohner können Sie Verdacht melden und das Haus nach dem Stand der Installation fragen. Bis zur Klärung entscheidet der Fachbetrieb über sinnvolle Schritte.
- Warum kommt im Hinterhaus weniger Wasser an als im Vorderhaus?
- Längere Wege, andere Stränge und verengte Rohre erklären viel. Auch Ventile, die nicht vollständig geöffnet sind, bremsen den Durchfluss. Ein Fachbetrieb kann prüfen, ob die Hausinstallation abgeglichen ist oder ob einzelne Abschnitte erneuert werden sollten.
- Kann ich ein altes Rohr in Eigenregie flicken?
- Nein. Löten, Kleben oder Umwickeln von Rohren ist keine Sache für Bewohner und kann die Lage verschlimmern. Absperren, Wasser auffangen und dokumentieren sind die Handgriffe. Den Rest erledigt ein Fachbetrieb für Trinkwasserinstallationen.
