Was ein Deckenfleck verrät
Ein Fleck mit scharfem, dunklem Rand und hellerem Kern deutet auf Feuchtigkeit hin, die schon länger einwirkt und mehrfach getrocknet ist. Ein frischer, dunkler und kühl wirkender Fleck, der sich beim Berühren feucht anfühlt, spricht für einen laufenden Austritt oberhalb.
Mögliche Quellen im Gründerzeit-Altbau
Im Gründerzeit-Altbau liegen zwischen den Etagen Holzbalkendecken mit Schüttung. Sie nehmen Wasser auf und geben es erst nach Tagen als Fleck ab. Die Ursache sitzt dadurch oft seitlich versetzt, etwa an einem Steigstrang im Schacht oder an einer Anschlussleitung in der Wohnung darüber.
Typische Kandidaten oben sind Bad und Küche: eine undichte Fuge an der Wanne, ein lockerer Anschluss am Siphon, ein tropfendes Eckventil oder eine Waschmaschine, deren Schlauch nass wird. Auch eine Abwasserleitung in der Decke kann bei Verschleiß Feuchte abgeben, die dann als Fleck unten sichtbar wird.
Daneben kommt Wasser von außen infrage: ein Schaden am Dach, an der Regenrinne oder an einem Fallrohr. Das hat mit der Sanitärinstallation nichts zu tun, kann aber genauso aussehen. Tritt der Fleck besonders nach Regen auf, gehört er meist zu dieser Gruppe und betrifft die Gebäudehülle.
Das gehört in die ersten Schritte
Was Sie selbst tun können
Stellen Sie einen Eimer unter den Tropfen und breiten Sie ein Tuch aus. Rücken Sie Möbel und Elektrogeräte aus der Gefahrenzone weg. Ein Foto vom Fleck mit einem Maßstab daneben zeigt später, wie groß er war. Diese Bilder helfen später bei Hausverwaltung, Versicherung und Fachbetrieb.
Klingeln Sie bei den Bewohnern in der Wohnung darüber. Fragen Sie, ob dort ein Hahn tropft, die Waschmaschine lief oder jemand gerade gebadet hat. Bitten Sie darum, das Wasser dort abzustellen, falls Sie keinen Zugang haben. Oft klärt allein dieses Gespräch, ob die Quelle oben liegt.
Sitzt in der Decke eine Lampe oder ein Strahler, gilt die Warnung für Wasser und Strom. Näheres steht unter Wasser an Steckdose oder Lampe. Berühren Sie die Leuchte nicht, solange Wasser an ihr herunterläuft.
Ein Fleck verrät die Landestelle des Wassers, nicht dessen Ursprung.
Wasser läuft dorthin, wo es leicht vorankommt – die Quelle sitzt selten direkt über dem Fleck.
Wenn die Decke sich wölbt
Eine pralle Blase an der Decke enthält Wasser. Stellen Sie einen Eimer darunter und bleiben Sie nicht direkt darunter stehen. Ob und wie man sie kontrolliert öffnet, entscheidet im Zweifel ein Fachbetrieb, denn die Flüssigkeit kann sich unvermittelt auf einmal entleeren.
Sperren Sie die Zapfstellen der Wohnung darüber ab, wenn das möglich ist, und schließen Sie bei unklarer Lage das Absperrventil Ihrer eigenen Wohnung. Wo Sie es finden, steht im Beitrag Haupthahn und Absperrventile finden.
Zeigt sich nach dem Absperren, dass der Fleck nicht weiter wächst, spricht das für eine Quelle an der Leitung hinter dem Ventil. Wächst er weiter, kann die Ursache auch anderswo liegen, etwa in einem Strang, der noch unter Druck steht, oder im Dach.
Wie es weitergeht
Ein Fachbetrieb kann die Feuchte messen, Leitungen abhören und, wo nötig, mit Kamera oder Wärmebild die Stelle eingrenzen.
Danach erst wird entschieden, welche Leitung geöffnet werden muss. Voreiliges Aufstemmen oder Überstreichen des Flecks macht die Suche schwerer.
Streichen Sie nicht über den Fleck, bevor die Quelle gefunden und die Decke getrocknet ist. Sonst bleibt der Schaden verdeckt und kommt wieder. Wer sich einen Überblick über das typische Vorgehen verschaffen möchte, findet ihn unter Wasser in der Wohnung.
Durchsagen zum Thema
- Kann ein Deckenfleck auch von Kondenswasser stammen?
- Ja, in schlecht gedämmten Ecken kann sich Feuchte niederschlagen, die den Putz verfärbt. Solche Flecken bleiben meist flach, sitzen an Außenwänden und fühlen sich kaum nass an. Wächst der Fleck oder tropft es, deutet dagegen vieles auf eine Leitung oder auf Wasser von außen.
- Soll ich selbst die Decke öffnen?
- Nein. Hinter dem Putz können Elektroleitungen verlaufen, und aufgeweichtes Material gibt plötzlich nach. Lassen Sie die Stelle von einem Fachbetrieb ansehen. Er kann mit Messtechnik klären, wo die Feuchte herkommt, bevor überhaupt etwas geöffnet wird.
- Wer muss informiert werden?
- Sagen Sie Hausverwaltung oder Eigentümer Bescheid und zeigen Sie die Fotos. Was für Ihren Fall gilt, klären Mietvertrag, Hausverwaltung oder Versicherung. Bei einer Quelle in der Wohnung darüber sollten auch die dortigen Bewohner wissen, dass bei ihnen etwas geprüft werden muss.
