Was am Zähler abzulesen ist
Das Zählwerk zeigt den Verbrauch in Kubikmetern an, meist mit schwarzen Ziffern für ganze Einheiten und roten für die Nachkommastellen. Außerdem sitzt auf dem Zifferblatt ein kleines Rädchen oder ein Stern, das sich dreht, sobald auch nur wenig Wasser strömt.
Genau dieses Laufrad ist Ihr Messinstrument. Bei vollständig ruhendem Haus steht es still. Dreht es sich trotzdem, selbst ganz langsam, fließt irgendwo Wasser. Ursache kann ein Tropfen am Hahn sein, ein undichter Spülkasten, eine defekte Leitung oder der Gartenanschluss.
Im Eigenheim sitzt der Zähler häufig im Keller oder Hausanschlussraum, manchmal in einem Schacht vor dem Gebäude. Ist er schwer zugänglich oder verschmutzt, wischen Sie die Glasscheibe vorsichtig ab. Leuchten Sie mit einer Taschenlampe, wenn das Licht zu schwach ist.
Der Test in drei Schritten
Zuerst stellen Sie sicher, dass im ganzen Haus nichts Wasser entnimmt: kein Hahn offen, keine Waschmaschine, kein Geschirrspüler, keine Gartenbewässerung, keine Entkalkungsanlage im Betrieb.
Auch Speicher, die nachfüllen, können das Bild verfälschen.
Dann beobachten Sie das Laufrad. Dreht es sich nicht, schreiben Sie den Zählerstand auf und vergleichen ihn nach einer längeren Pause mit einer zweiten Ablesung. Haben sich die Ziffern verändert, ohne dass jemand Wasser benutzt hat, gibt es einen unbemerkten Verbrauch.
Wiederholen Sie den Test, nachdem Sie das Haus Zapfstelle für Zapfstelle geprüft haben. Findet sich keine sichtbare Quelle, bleibt der Verdacht auf eine verborgene Leckage. Mehr zu den Anzeichen steht im Beitrag Versteckte Lecks und ihre Anzeichen.
Test am Zähler
Vor oder hinter dem Zähler?
Dreht sich das Laufrad, obwohl alle Zapfstellen im Haus geschlossen sind, liegt die Stelle hinter dem Zähler, also in der Hausinstallation. Eine Undichtigkeit davor erfasst er nicht. Hinweise darauf sind Nässe im Boden oder an der Hauseinführung bei stehendem Zähler; das melden Eigentümer dem Versorger. Ist der Haupthahn geschlossen, steht der Zähler immer still, und daraus folgt nicht, dass alles dicht ist.
Ein Laufrad, das sich bei ruhendem Haus dreht, ist ein Hinweis, kein Beweis.
Der Zähler lügt nicht: Wer bei ruhendem Haus Bewegung sieht, sollte nachsehen lassen.
Mögliche Ursachen bei Drehung
Häufig sind es unauffällige Verbraucher: ein WC-Spülkasten, dessen Ventil nicht ganz schließt, ein Hahn mit feinem Tropfen oder ein Gartenschlauch am Außenhahn. Solche Verluste hört man oft nicht, aber der Zähler registriert sie. Näheres zum Spülkasten steht bei Spülkasten läuft nach.
Bei verdeckten Leitungen in Wand oder Boden des Hauses zeigt der Zähler den Verlust, ohne dass es sichtbar nass wird. Das Wasser kann im Estrich versickern oder in die Bodenplatte ziehen. Erst ein Fachbetrieb mit Ortungstechnik kann beurteilen, wo genau die Leitung betroffen ist.
Auch eine tropfende Warmwasserbereitung oder ein Sicherheitsventil am Speicher kommt vor. Läuft am Ventil Wasser aus, sehen Sie es meist im Abfluss daneben. Fassen Sie das Ventil nicht an und drehen Sie nichts daran, sondern lassen Sie es von einem Fachbetrieb ansehen.
Was als Nächstes zu tun ist
Dokumentieren Sie den Befund: Zählerstand, Datum der Ablesung, Foto vom Zifferblatt mit laufendem Rädchen. Diese Angaben helfen dem Fachbetrieb, das Problem schnell einzugrenzen. Besteht der Verdacht auf Wasseraustritt im Haus, schließen Sie das Absperrventil, bis die Stelle beurteilt ist.
Tritt irgendwo sichtbar Wasser aus, gilt Rohrbruch als nächste Anlaufstelle. Zeigt der Zähler nur einen kleinen Dauerverbrauch, genügt die genaue Beobachtung und ein Fachbetrieb, der die Leitungen abhört. Warten Sie nicht ab, bis aus dem Hinweis ein Schaden geworden ist.
Durchsagen zum Thema
- Ist jedes Drehen des Rädchens ein Leck?
- Nein. Geräte wie Heizungsbefüllung, Gartensprenger oder ein Nachfüllvorgang im Speicher lassen das Rad ebenfalls laufen. Erst wenn Sie alles ausgeschlossen haben und es sich trotzdem dreht, besteht ein begründeter Verdacht, den ein Fachbetrieb weiter eingrenzt.
- Darf ich den Zähler selbst bedienen oder entfernen?
- Ablesen und Fotografieren sind in Ordnung. Plomben, Anschlüsse und das Gerät selbst gehören dem Versorger oder sind plombiert. Öffnen oder entfernen Sie nichts, auch nicht bei einem vermuteten Leck. Das Absperrventil dürfen Sie bedienen.
- Was, wenn der Zähler außerhalb des Hauses liegt?
- Dann liegt er oft in einem Schacht mit Deckel. Öffnen Sie ihn nur, wenn das gefahrlos geht, und achten Sie auf Frost und Tiere. Ist der Zugang unklar, fragen Sie den Eigentümer oder den Versorger, wie der Schacht erreicht wird.
