So arbeitet der Kasten
Im Spülkasten sitzen zwei Ventile mit entgegengesetzter Aufgabe. Das Ablaufventil gibt beim Drücken der Taste das Wasser frei und schließt danach wieder. Das Füllventil lässt anschließend frisches Wasser nachströmen und schaltet über einen Schwimmer ab, sobald der Pegel erreicht ist.
Beide Teile bestehen aus Kunststoff und Gummi. Gummidichtungen altern, verhärten und lagern Kalk ein. Schwimmer können sich verstellen oder an der Wand schleifen. Schon kleine Veränderungen reichen, damit das Wasser nicht mehr sicher stoppt.
Im Plattenbau und in Großsiedlungen sitzt der Kasten häufig als Unterputz-Modell hinter einer Platte in der Wand. Dort ist der Zugang eingeschränkt, und das Öffnen der Revision gehört in die Hände eines Fachbetriebs.
Zwei Fehler, zwei Anzeichen
Rauscht der Kasten leise, ohne dass jemand gespült hat, tritt Wasser durch das Ablaufventil in die Schüssel aus. Die Dichtung schließt nicht mehr, der Kasten füllt sich laufend nach. Oft zeigt sich ein dünner Wasserfilm in der Schüssel.
Zischt es dagegen laut und der Kasten läuft über ein Überlaufrohr in die Schüssel, schließt das Füllventil nicht. Der Schwimmer meldet zu spät oder das Ventil sitzt fest. Das Wasser rinnt dann durch das Überlaufrohr direkt ab.
Mit diesen zwei Bildern lässt sich dem Fachbetrieb schon am Telefon sagen, wo das Problem vermutlich sitzt. Sie müssen den Deckel dafür nicht anheben, wenn Sie sich unsicher fühlen. Hören und Beobachten genügt.
Leises Rinnen in die Schüssel deutet aufs Ablaufventil, lautes Zischen auf das Füllventil.
Vor dem Anruf
Was für Bewohner erlaubt ist
Drehen Sie das Eckventil zum Spülkasten zu.
Zu finden ist es seitlich oder unterhalb am Zulauf. Danach leert sich der Kasten beim nächsten Spülen und füllt sich nicht mehr nach. Das Rauschen hört auf, der Wasserverbrauch stoppt.
Stellen Sie sicher, dass das Ventil vollständig geschlossen ist, und beobachten Sie, ob das Wasser weiter läuft. Ist das nicht der Fall, liegt der Fehler im Kasten. Ist es der Fall, braucht ein Fachbetrieb einen Blick auf das Ventil selbst.
Ein Spülkasten, der leise weiterläuft, verbraucht ungebremst Wasser. Das Eckventil stoppt es, bis ein Fachbetrieb prüft.
Was ein Dauerlauf anrichtet
Ein Kasten, der dauernd nachfüllt, belastet die Wasserrechnung der ganzen Hausgemeinschaft. In Mehrparteienhäusern fällt das oft erst bei der Abrechnung auf, wenn die Verbrauchswerte auseinanderliegen.
Der nächste Schritt
Wer das Eckventil geschlossen hat und das Rauschen nicht mehr hört, kann in Ruhe klären, wer den Fachbetrieb beauftragt. In Mietwohnungen gehört die Meldung an die Hausverwaltung dazu. Notieren Sie das Gerätemodell, soweit sichtbar.
Einen Überblick, was bei Spülkasten und Hahn zu erwarten ist, gibt die Seite Hahn tropft, Spülkasten läuft. Der Fachbetrieb beurteilt dort vor Ort, welches Bauteil ersetzt werden muss.
Hilfreich für den Fachbetrieb ist eine kurze Notiz, ob das Rauschen dauerhaft anhält oder nur zeitweise einsetzt. Zeitweises Nachlaufen deutet eher auf eine Dichtung hin, die nur bei bestimmtem Pegel undicht wird.
Durchsagen zum Thema
- Woran erkenne ich, dass der Kasten Wasser verliert?
- Ein trockenes Blatt Toilettenpapier, an die Schüsselwand gelegt, zeigt es: Wird es ohne Spülung nass, rinnt Wasser vom Kasten herab. Alternativ lässt sich bei geschlossenem Eckventil beobachten, ob der Pegel im Kasten sinkt.
- Ist ein nachlaufender Kasten gefährlich?
- Gefährlich ist er selten, aber wasserintensiv. Läuft das Überlaufrohr ohne Pause, verbraucht der Kasten dauerhaft Wasser. Tritt es an Anschlüssen aus, kann Nässe an Wand und Boden entstehen. Dann ist das Eckventil zu schließen und ein Fachbetrieb zu informieren.
- Kann ich den Kasten auch ohne Fachbetrieb öffnen?
- Das Abnehmen des Deckels ist möglich, wenn sich der Kasten problemlos zugänglich zeigt. Sie sehen dann Schwimmer und Ventile. Eingriffe bleiben aber dem Fachbetrieb vorbehalten. Bei Unterputz-Kästen bleibt die Wandplatte geschlossen.
