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A4Abfluss und WC

Küchenabfluss voller Fett – wie es dazu kommt

Ein Küchenabfluss setzt sich selten von einem Tag auf den anderen zu. Fett, Soßen und Reste setzen sich Schicht für Schicht an der Rohrwand ab, bis das Wasser kaum noch durchkommt. Wer den Mechanismus kennt, kann gegensteuern, bevor die Spüle überläuft.

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Küchenspüle mit geöffnetem Unterschrank, Siphon und Eimer darunter

Was Fett im Rohr anrichtet

Heiß fließt Fett mit dem Spülwasser davon. Im kühlen Rohr erstarrt es, klebt an der Rohrinnenseite und hält weiteren Schmutz fest. Mit jeder Nutzung wird die Schicht dicker. Zwischen Speisen, Seife und Fett entsteht eine zähe Masse, die kaum noch zu lösen ist.

Küche in der Großsiedlung

  1. In Großsiedlungen hängen viele Küchen an einem gemeinsamen Strang. Was eine Wohnung hineingibt, bleibt nicht dort. Fett aus einer Küche kann sich im Strang absetzen und Wasser aus der Wohnung weiter unten aufstauen, auch wenn dort nie Fett entsorgt wurde.

  2. Die Anschlüsse in der Küche sind eng. Ein Geschirrspüler leitet warmes, fettiges Wasser in dieselbe Leitung. Wird der Strang selten stark durchgespült, kann er verengen. Dann zeigt sich das Problem zunächst als träger Abfluss, später als überlaufende Spüle.

  3. Auch ältere Rohre mit rauer Innenfläche halten Fett leichter fest. Im Gründerzeit-Altbau kann das Rohr Ablagerungen tragen, die zusätzlich Platz nehmen. Ein Bewusstsein für die gemeinsame Leitung hilft allen im Haus, ob im Mietshaus oder in der Eigentumsanlage.

Küche im Griff

Richtig entsorgen im Alltag

  • Gießen Sie Bratfett, Frittieröl und Soßenreste nicht in den Ausguss. Lassen Sie sie in der Pfanne erkalten und wischen Sie diese mit Küchenpapier aus. Sammeln Sie größere Mengen in einem verschließbaren Behälter und geben Sie sie in den Restmüll.

  • Setzen Sie ein feinmaschiges Sieb in die Spüle ein und leeren Sie es nach dem Kochen im Biomüll. Kaffeesatz, Nudeln und Gemüseschalen gehören nicht in den Abfluss. Streifen Sie Teller vor dem Abwaschen mit Papier ab, statt die Reste mit Wasser zu verteilen.

  • Auch das WC ist keine Alternative. Dort erstarrt das Fett ebenso. Welche Dinge dort ebenfalls nicht hingehören, zeigt der Beitrag Was nicht ins WC gehört. Gute Gewohnheiten sparen später die Mühe am Siphon.

Fett gehört in den Behälter, nicht in den Ausguss – erkaltet landet es im Restmüll.

Fett fließt nur, solange es warm ist – im Rohr erstarrt es und bleibt.

Wenn die Spüle schon träge ist

  • Läuft die Spüle langsam ab, öffnen Sie den Siphon über einem Eimer und reinigen Sie ihn. Die Schritte dazu beschreibt die Anleitung zum Siphon. Oft ist dort der Großteil des Belags zu finden, und der Abfluss kommt wieder in Fahrt.

  • Hausmittel aus der Küche und chemische Reiniger sind keine Lösung. Sie lösen Fett im Rohr nicht verlässlich und können Material angreifen oder die Leitung weiter hinten verstopfen. Warum das so ist, behandelt der Beitrag über chemische Abflussreiniger.

  • Bleibt das Wasser nach der Reinigung stehen, sitzt der Fettpfropfen tiefer. Dann ist ein Fachbetrieb mit Rohrspirale oder Hochdruckgerät gefragt. Wie das aussieht, zeigt die Seite Abfluss verstopft.

  • Wichtig ist, dass Sie einen Fettpfropfen nicht mit Gewalt bearbeiten. Mit der Saugglocke lässt sich ein weicher Belag am Siphon manchmal lösen. Sitzt er fest und tief, schiebt zu viel Druck ihn weiter in die Leitung, wo er schwerer zu erreichen ist.

Durchsagen zum Thema

Hilft es, nach dem Fett heißes Wasser nachzuspülen?
Das Fett wandert damit bloß tiefer ins Rohr, kühlt dort ab und erstarrt erneut. Der Pfropfen wandert dadurch tiefer ins Rohr und ist schwerer zu erreichen. Sinnvoller ist es, Fett erst gar nicht im Ausguss zu entsorgen.
Reicht ein Fettabscheider im Haus?
Fettabscheider sind in gewerblichen Küchen üblich. Im Wohnhaus gibt es sie selten. Für die private Spüle bleibt die Entsorgung im Behälter und das Sieb die wirksame Vorsorge. Fragen zur Anlage klärt gegebenenfalls ein Fachbetrieb vor Ort.
Woran merke ich, dass Fett das Problem ist?
Der Abfluss wird langsam, das Wasser bleibt länger im Becken stehen, und ein ranziger, schmieriger Geruch steigt aus dem Ausguss auf. Im Siphon finden Sie einen grauen, fettigen Belag. Tritt das in mehreren Wohnungen auf, ist der gemeinsame Strang betroffen.
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