Das Rohr verträgt wenig
Die Toilette ist für drei Dinge gebaut: Wasser, Ausscheidungen und WC-Papier. Alles andere löst sich nicht schnell genug auf oder bleibt in Biegungen hängen. Das Rohr hinter dem Becken hat nur wenige Zentimeter Durchmesser und einen Bogen, in dem sich Reste leicht verfangen.
Die üblichen Verdächtigen
Feuchttücher stehen auf der Liste ganz oben, auch solche mit dem Aufdruck „spülbar“. Dazu zählen Wattestäbchen, Wattepads, Hygieneartikel, Kondome, Taschentücher, Haushaltspapier und Windeln. Sie gehören in den Restmüll, am besten in einen kleinen Eimer mit Deckel im Bad.
Katzenstreu klumpt im Wasser und setzt sich wie Zement ab. Speisereste, Kaffeesatz, Zigarettenstummel und Essensreste verändern im Rohr ihre Form und verfestigen sich mit anderem Abfall. Haare und Zahnseide wirken wie ein Netz, in dem sich alles andere fängt.
Fette und Öle sind ein eigenes Thema: Warm flüssig, kühlen sie im Rohr ab und verkleben die Wand. Wie das in der Küche geschieht, beschreibt der Beitrag Fett und Speisereste im Küchenabfluss. Medikamentenreste gehören ebenfalls nicht ins WC, sondern in die dafür vorgesehene Entsorgung.
Ins WC gehört nur dies
Besonderheiten im Gründerzeit-Altbau
In Gründerzeit-Altbauten sind Fall- und Anschlussleitungen manchmal enger oder haben raue Innenflächen. Ältere Werkstoffe lagern Beläge an, die das Rohr zusätzlich verengen können. Dadurch bleibt hängen, was in einer glatten, neuen Leitung noch passieren würde.
Ein Strang, an dem viele Wohnungen übereinander hängen, trägt die Fehler aller Nutzer. Wirft eine Partei regelmäßig Feuchttücher ins WC, kann sich der Pfropfen weiter unten bilden und Wasser in der Etage darunter aufstauen. Betroffen sind dann Unbeteiligte.
Deshalb hilft ein offenes Wort im Haus: Ein kurzer Aushang oder ein Hinweis der Hausverwaltung im Treppenhaus erinnert alle daran, was in die Toilette darf. Auch Gäste und Handwerker, die das Bad nutzen, sollten es wissen, besonders in Mehrparteienhäusern.
Was nicht aus dem Körper oder aus der Papierrolle stammt, gehört nicht ins Becken.
Das WC schluckt, was der Körper liefert – und dazu Papier. Mehr nicht.
Wenn es doch passiert ist
Wenn das Wasser im Becken ansteigt, betätigen Sie die Spülung kein zweites Mal. Eine zweite Spülung bringt den Rest zum Überlaufen. Sperren Sie bei Bedarf das Eckventil des Spülkastens. Dann versuchen Sie es mit der Saugglocke; wie das geht, steht unter Die Saugglocke richtig einsetzen.
Haben Sie vermutlich einen Gegenstand hinuntergespült, der sich nicht auflöst, etwa einen Spielzeugteil oder einen Hygieneartikel, bleibt die Glocke oft wirkungslos. Pumpen Sie dann nicht lange weiter. Bleibt das Becken voll, ist ein Fachbetrieb mit Rohrspirale oder Kamera die passende Stufe. Mehr dazu auf der Seite WC verstopft.
Verwenden Sie keine chemischen Abflussreiniger. Sie lösen Hygieneartikel nicht sicher auf, greifen aber Dichtungen und Rohre an, und ein später eingesetzter Fachbetrieb muss mit der Chemikalie arbeiten. Auch Drähte oder Kleiderbügel richten im Rohr eher Schaden an.
Durchsagen zum Thema
- Sind spülbare Feuchttücher wirklich spülbar?
- Sie lösen sich deutlich langsamer auf als Toilettenpapier. In engen oder alten Rohren bleiben sie oft liegen und verfilzen mit anderem Material. Das Sicherste ist, sie in den Restmüll zu geben, auch wenn die Packung eine Eignung für die Toilette behauptet.
- Wie erkenne ich, dass sich ein Pfropfen bildet?
- Das Wasser sinkt nach der Spülung langsamer, es gluckert, oder das Becken füllt sich bis zum Rand. Dann ist eine Teilverstopfung im Anmarsch. Reagieren Sie früh und nutzen Sie die Saugglocke, bevor ein Pfropfen fest wird und mehrere Wohnungen betrifft.
- Darf ich Essensreste im WC entsorgen?
- Kleinste Reste im Wasser sind für das Rohr kein Problem, größere Mengen aber sehr wohl. Fett, Reis, Nudeln und Gemüsereste quellen auf und verkleben. Entsorgen Sie sie über Bio- oder Restmüll. So bleibt die Leitung frei und Gerüche im Bad bleiben aus.
